Georg Nestmann, Andreas Lange, Hendrik Nöll und Alexander Woeschka
Comcrypto

since 2017

Was macht Ihr Unternehmen?

Comcrypto entwickelt Lösungen für hochsichere digitale Kommunikation.

Kryptografielösungen von comcrypto umfassen sowohl die Erzeugung von hochwertigsten Chiffraten, die Bereitstellung von exzellentem Schlüsselmaterial, eine sorgfältig durchdachte und manipulationssichere Authentifizierung von Kommunikationsteilnehmern sowie das comcrypto Einmal-Schlüssel-Prinzip (CESP) zur Sicherstellung einer Chiffrate-Unabhängigkeit.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Edward Snowden zeigte uns 2013 wie verletzlich unsere Privatspähre ist und wie leicht Know-how von Unternehmen in falsche Hände gelangt.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Im Zuge der Aufdeckungen durch Snowden wollten wir unsere eigene Kommunikation absichern. Hierbei entdeckten wir eklatante Sicherheitslücken und waren vom Aufwand schockiert. Nach näherer Beschäftigung mit dem Thema konnten wir für die Probleme Lösungen entwickeln. Unserem Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten, und im Wissen um die Einzigartigkeit der Lösungen, starten wir am 01.11.2014 in die Selbstständigkeit. Letzter Stand ist die Gründung der comcrypto GmbH am 05.01.2017.

Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?

Wir haben an der TU Chemnitz über die Gründerinitiative SAXEED von Fördermöglichkeiten für Gründer erfahren. Georg und Andreas waren zuvor bereits nebenberuflich Unternehmer.

Uns zeichnet es aus, dass wir bestehende Prozesse aus Nutzersicht kritisch hinterfragen und anschließend verbessern oder falls nötig neu erdenken.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Andreas, Georg und Alexander schlossen die Gründung direkt an Ihr Studium an. Hendrik hatte zuvor 2 Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz im Bereich High-Perfomance-Computing gearbeitet.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

Zu verstehen, was Nutzer wirklich wollen und was nicht, war die größte Herausforderung. Die Unterstützung war hervorragend. SAXEED half uns erfolgreich dabei ein EXIST-Gründerstipendium und anschließend ein Technologiegründerstipendium der Sächsischen Aufbaubank zu beantragen. Weiterhin wurden wir durch viele erfahrene Unternehmer unterstützt und beraten. Speziell unser Mentor Prof. Benn half uns mehrfach mit Räumlichkeiten und Rat. Seit August 2016 steht uns Ronald Scholz mit einem Investment, seiner langjährigen Erfahrung in der IT-Branche und Kontakten zu TOP-TIER-Firmen zur Seite.

Welche Erfahrungen können Sie Gründern aus ihrer Geschichte heraus weitergeben, was haben Sie gelernt?

Wir raten anderen Gründern, sich niemals mit dem Status Quo zufrieden zu geben – insbesondere die Finanzierung betreffend. Weiterhin sollte man seine Überzeugungen immer kritisch hinterfragen und dennoch gegenüber Dritten zu verteidigen bereit sein. Das wichtigste ist jedoch Produkte zu entwickeln, welche am Markt verkauft werden können. Kunden und Kontakte sind essentiell.

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Wir sehen in dem Bereich Industrie 4.0 viele Anwendungsmöglichkeiten der von uns geschaffenen Technologie und somit eine spannende Perspektive. Sollten sich Kommunikationsfelder neben E-Mail ergeben, werden diese für uns ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Wir geben unsere Erfahrungen im Umgang mit den Stipendien und anderen Finanzierungsthemen gern weiter.