Dr. Falko Böttger-Hiller & Dipl.-Ing. Toni Böttger
Inca-fiber

since 2015

Was macht Ihr Unternehmen?

Kohlenstofffasern weisen eine geringe elektrische Leitfähigkeit auf, die gerade zur Nutzung als Widerstandsheizung und für Wirbelstrommessungen genügt, aber bei Weitem nicht zur elektromagnetischen Schirmung, zum Blitzschutz oder zur Stromversorgung von Aktoren, Sensoren oder Beleuchtungselementen ausreicht. Genau hier setzt die Idee von „inca-fiber“ an. Um in erster Linie die elektrische und thermische Leitfähigkeit, aber auch die Fügefähigkeit sowie die haftvermittelnde Wirkung von Kohlenstofffasern zu erhöhen – und dadurch oben gennannte Anwendungen zu ermöglichen haben wir diese vor allem galvanisch metallisiert. Das heißt – vereinfacht gesagt – Kohlenstofffasern werden elektrochemisch mit Metallen überzogen, wobei sich das Unternehmen auf Kupfer konzentriert.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Das Forschungstransfer-Projekt basiert auf der Nachwuchsforschergruppe TranS-Ver (Transfer neuartiger Smart Fiber Verbunde in die Sächsische Industrie), die von 2011 bis 2014 an der Technischen Universität Chemnitz vom Europäischen Sozialfonds sowie durch den Freistaat Sachsen gefördert wurde.

Nachdem TranS-Ver auslief, jedoch durchaus erfolgreich war, beschlossen wir das Projekt weiter zu verfolgen. Mit Hilfe von SAXEED und der Ideentransfer GmbH konnte schließlich Fördermittel erworben werden, um die Gründung zu ermöglichen.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Dies geschah durch unser Umfeld, in dem Einige unternehmerisch tätig sind. Wir fanden das sehr spannend und gleichzeitig inspirierte es uns.

Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?

Ein erfolgreicher Gründer sollte meiner Meinung nach eine große Leidenschaft für sein Produkt haben, dabei konsequent handeln, jedoch stets einen „kühlen Kopf“ bewahren. Dies bedeutet, dass er sein klares Ziel verfolgen muss ohne aber starrsinnig zu sein. Mit einer gewissen Flexibilität und gutem Augenmaß findet man meist eine Lösung.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Nach meinem Studium der Polymerchemie promovierte ich in diesem Bereich. Anschließend arbeitete ich weiter als PostDoc an der Professur Werkstoffwissenschaften und Oberflächentechnik bei Herrn Prof. Dr. Lampke, worin der Ursprung von Inca-fiber liegt.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

Die größte Hürde lag im technischen Bereich, genauer gesagt im Anlagenaufbau sowie in der Herstellung der Serienreife. Weitere Punkte waren die Finanzierung sowie die Akquirierung von Personal.

Begleitet wurden wir in der Antragsphase und auch in den Jahren zuvor an der TU Chemnitz in besonderem Maße durch Prof. Dr. Thomas Lampke von der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik, Prof. Dr. Bernhard Wielage vom Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik sowie Prof. Dr. Uwe Götze von der Professur Unternehmensrechnung und Controlling. Weitere Unterstützung boten das Gründernetzwerk SAXEED und das Team der ideentransfer GmbH.

Welche Erfahrungen können Sie Gründern aus ihrer Geschichte heraus weitergeben, was haben Sie gelernt?

Trefft Eure Entscheidungen durchdacht und setzt sie konsequent um! Außerdem solltet Ihr stets eine offene Kommunikation beibehalten. Der persönliche Dialog kann viel mehr bewirken als z.B. eine Mail. Ihr werdet sehen, wie dadurch unerwartet Unterstützer sichtbar werden. Habt keine Angst vor der Konkurrenz oder geistigem Diebstahl – durch ein offenes Miteinander ergeben sich immer Chancen!

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Diese sehen wir im Verkauf technischer Textilien in verschiedenen Branchen (Luft und Raumfahrt, Windkraft, Automotive, Elektronik).

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Gern stehen wir Gründern mit Rat und Tat zur Seite.