Frank Theeg
edox

since 1999

Was macht Ihr Unternehmen?

Wir begleiten Unternehmen auf dem Weg in die digitale Welt. Dabei möchten wir erreichen, dass Sacharbeiten weitestgehend automatisiert und wertschöpfende Wissensarbeit gefördert werden. Um unsere Kunden optimal zu beraten, leben wir es vor und sind mit unserem eigenen Handeln ein Pionier.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Gegründet haben wir uns, um Drucker zu verkaufen. War damals zur Gründung Papier der wichtigste Informationsträger, so hat sich dies drastisch verändert. In der heutigen digitalen Welt ist es eine Herausforderung auf Papier im Arbeitsprozess zu verzichten. Wir haben dies frühzeitig erkannt und unser eigenes Geschäftsmodell dahingehend gewandelt.

Unsere Mission ist es Unternehmen mit einfach bedienbaren Lösungen zu digitalisieren. Wir automatisieren Sacharbeiten und fördern wertschöpfende Wissensarbeit. Damit helfen wir Unternehmen sich zukunftsfähig aufzustellen.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Ich hatte mich selbst schon vor Gründung der e-dox mit mehreren nebenberuflichen Tätigkeiten selbständig gemacht. Immer auf der Suche welche Idee man zum Geschäft machen kann, habe ich an die 10 verschiedene Sachen ausprobiert und sogar Angestellte gehabt, welche ebenso nebenberuflich tätig waren. Von einer Sicherheitsfirma über zwei Floristikgeschäfte meiner Frau bis hin zum Strukturvertrieb, um auch das Vertriebsthema kennenzulernen.

Diese try and error Zeit war sehr wichtig, um Erfahrung zu sammeln und zu lernen. Wie funktioniert das mit dem Gewerbeschein, Steuererklärung, Finanzen, Angestellte usw. Man kann auch sagen das ich damit an der Praxis das Unternehmertum gelernt habe.

Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?

Eine Vision zu haben und daran zu glauben, dies dann konsequent anzugehen und umzusetzen – den Weg zu gehen und sich nicht gleich abbringen zu lassen. Außerdem denke ich, dass ich Leute von meinen Ideen überzeugen und für die Sache anbrennen kann.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Nach der Realschule habe ich das Abitur begonnen, jedoch nach einen Tag schon abgebrochen. Wir befanden uns damals in einer schwierigen Umbruchsphase 1991. Es gab kaum Chancen und niemand wusste genau, was passieren wird.

Ein amerikanischer Konzern, die Xerox GmbH, hat 10 Leute in Chemnitz ausgebildet. Ein damaliger 6er im Lotto – für diese Chance habe ich das Abitur abgebrochen und dort meine technische Ausbildung begonnen. In diesem Unternehmen habe ich danach als Techniker gearbeitet, sowie später im Vertrieb, um mich anschließend 1999 selbstständig zu machen.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

Die Finanzierung stellte zu Beginn eine Hürde dar. Wir haben die Sparkasse um ein Darlehen in Höhe von 25.000 € gebeten. Jedoch wurde uns dieser abgelehnt. Daraufhin haben wir es selbst gemacht. Wir haben das Unternehmen konsequent strukturiert. Dabei haben wir geschaut, dass die Kosten nicht aus dem Rahmen laufen und wir schnell Einnahmen erzielen können. Das hat uns auch zum Erfolg geführt.

Wir hatten damals einen dritten Gesellschafter, der die kaufmännische Seite übernommen hat. Das kaufmännische, wie das Gesellschaftsrecht oder die Steuererklärung, war für uns ein Grauen. Daher war es sehr gut, dass wir da die Unterstützung hatten und uns um das Geschäftsmodell an sich konzentrieren konnten. Außerdem hatten wir über die Xerox GmbH einen kleinen Kundenstamm bekommen, der uns in der Startphase sehr geholfen hat.

Welche Erfahrungen können Sie Gründern aus ihrer Geschichte heraus weitergeben, was haben Sie gelernt?

Wenn du eine gute Idee hast, dann mache es und lasse dich nicht abbringen von verschiedenen Meinungen! Geh ins Gewerbeamt und hol dir einen Schein und leg los. Einfach machen! Mit kleinen Ideen kann nichts schief gehen, außer dass man aus den Fehlern lernt.

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Da sehe ich ein riesiges Feld! Ich denke, dass wir in 10 Jahren zurückschauen können und der Meinung sind, dass es eine Goldgräberzeit war. Wir haben die Situation, dass sich durch die Digitalisierung alles verändert – ob Bildung, Maschinenbau, Bankenwesen, Politik, Automobilbau, etc. Es entstehen ganz viele Geschäftschancen. Jeder kann es nutzen, sein Geschäftsfeld zu erweitern oder etwas Neues zu machen. Eine tolle Zeit!!

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Ich unterstütze schon Startups in der ersten Phase als Ratgeber oder Geldgeber bzw. Anteilseigner.

Problematisch ist es für mich aktiv daran mitzuarbeiten, da dafür die Zeit fehlt. Es ist jedoch realistisch sich einmal in der Woche für 1-2h zu treffen, um Fragen zu beantworten. Ich finde es sehr wichtig, dass Gründer Märkte bekommen und Knowhow von erfolgreichen Gründern. Wenn es geht, sollte man den Jungen Sachen abzunehmen, die sich nicht so gut können z.B. im kaufmännischen Bereich.