Dr. Jörg Kaufmann
silbaerg

since 2011

Was macht Ihr Unternehmen?

Die Unternehmensidee von silbaerg ist neue Wege mit Leichtbaumaterialen zu gehen und Produkte mit einem echten Mehrwert im Markt zu platzieren.

Ausgangspunkt für unsere silbaerg Snowboards ist die patentierte A.L.D.-Technologie®, die eine bisher nie dagewesene Anpassungsfähigkeit von Snowboards an verschiedene Fahrsituationen ermöglicht. Beim Carving-Turn auf der Piste drückt sich die Kante zusätzlich zur Kurvenschräglage in den Schnee und erhöht spürbar den Kantenhalt. Dies bringt vor allem bei harten und eisigen Pisten entscheidende Vorteile. Beim Boardslide über ein Rail hebt sich die Kante leicht an. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit des Verkantens stark minimiert und zusätzlich der Kantenabnutzung entgegengewirkt.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens wechselte ich als Wissenschaftler in das Fachgebiet der Faser-Kunststoff-Verbunde. Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftigte ich mich mit den sog. „anisotropiebedingten Koppeleffekten“ dieser Werkstoffe und konnte „nebenbei“ Forschung und Leidenschaft kombinieren und an der Entwicklung der eigenen Snowboards arbeiten. Nach 5 Jahren universitärer Forschung, zig Berechnungen, Bau von Prototypen, jeder Menge Testfahrten, Rückschlägen und Weiterentwicklungen entstanden dann unsere Snowboards, die so gut waren, dass silbaerg noch vor Gründung den ISPO BrandNew Award gewann. Damit wir den Preis 2011 auf der weltweit größten Sportmesse in München entgegennehmen konnten musste ein Unternehmen her und ich gründete 2011 die silbaerg GmbH.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Mit Abiturkollegen haben wir Busreisen im Bereich Wintersport angeboten. Außerdem habe ich während des Studiums im Bereich Sport Consulting und bei GHOST Mountainbikes als freiberuflicher Außendienstmitarbeiter gearbeitet.

Das war gut, um erste Schritte und Kenntnisse der Selbstständigkeit kennenzulernen.

Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?

Ehrgeiz, Flexibilität und Durchhaltevermögen! Auch eine große Portion Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein spielt eine große Rolle.
Wichtig ist, dass man die Idee und ihr Potential erkennt, mit einem perfekten Team startet, welches sich in den verschiedenen Geschäftsbereichen ergänzt und die optimalen Geschäftspartner findet. Danach muss man ehrgeizig und intensiv an der Geschäftsidee arbeiten und das Projekt zum Erfolg führen.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Schon während des Abiturs und meines Studiums an der TU Chemnitz, habe ich bei GHOST Mountainbikes gearbeitet, um mir mein teures Hobby, das Snowboarden leisten zu können. Nach diversen Nebentätigkeiten in fast allen Unternehmensbereichen des damaligen Start-Ups habe ich in den letzten Jahren meines Studiums als freiberuflicher Außendienstmitarbeiter angefangen. Nach meiner Diplomarbeit bin ich aber an der TU Chemnitz geblieben, um im Leichtbau zu promovieren. Und genau da begann auch die Geschichte von silbaerg snowboards.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

Ein großer Punkt lag darin die Schutzrechte an der Technologie zu sichern und von der Hochschule ins Unternehmen zu transferieren, was doch länger gedauert hat als gedacht. Eine weitere große Hürde war der Wechsel von der universitären Prototypenfertigung zur Serienfertigung in industriellem Maßstab mit industriellen Taktzeiten. Auch hier haben wir viel Zeit, Mühe und kreative Lösungen benötigt.

Ein weiterer Punkt waren die Markteintrittsbarrieren, die unsere Mitbewerber platzierten. Wenn sehr enge Lieferanten-Händler-Netzwerke bestehen, dann ist der Markteintritt als Newcomer nicht wirklich einfach. Diese Barrieren sind einer der Gründe warum wir aktuell fast ausschließlich im Direktvertrieb aktiv sind.

Im Ausgründungsprozess wurde unser Team sehr stark von Saxeed und FutureSax unterstützt, was wirklich eine sehr gute Hilfestellung war. Zusätzlich habe ich ein großes Netzwerk zu Unternehmern im Freundes- und Verwandtenkreis, wo ich mir bei vielen Fragestellung auch guten Rat holen konnte.

Welche Erfahrungen können Sie Gründern aus ihrer Geschichte heraus weitergeben, was haben Sie gelernt?

Sei mutig, verfolge deinen Weg und gründe! Und: auch scheitern gehört dazu. Das ist aber kein Grund nicht weiterzumachen, sondern ein Grund neue Wege zu gehen.

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Wir sind auf der Suche nach Partnern für weitere Sportgeräte wie z. B. Ski oder Kite-und Wakeboards. Außerdem arbeiten wir auch weiter im Bereich der Textil- und Faserverbundwelt an diversen Projekten. Ich gehe davon aus, dass der Leichtbausektor in den nächsten Jahren einige sehr interessante Geschäfts­möglichkeiten für silbaerg bietet.

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Auf jeden Fall! Im Bereich Sportsengineering und Materialwissenschaften können wir sicher unser Know-how weitergeben.