Joseph Heß
Escaperoom Chemnitz

since 2015

Was macht Ihr Unternehmen?

Wir schließen Teams in Räume ein und geben ihnen eine Stunde Zeit, um mit logischem Denken, Geschick und etwas körperlicher Fitness Rätsel zu lösen und das vorgegebene Szenario zu lösen.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Ich liebe es zu basteln und verrückte Ideen auszuprobieren. Außerdem bereitet es mir Freude, Menschen glücklich zu machen. Nachdem ich selber ein paar Escape Rooms gespielt hatte, wurde mir klar, dass ich auch ein paar schöne Ideen habe für spannende Rätsel. Nach einigem Tüfteln zu Hause stand das Konzept für ein Escape Room, welches ich mit meinen Mitgründern Andreas Maier und Rico Neumann in Angriff genommen habe.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Mein Vater ist von je her Selbstständig und ich konnte in meiner Kindheit oft beobachten, dass er seine Arbeit liebt und gerne macht. Ich denke das hat sich irgendwie in meinem Kopf eingebrannt.

Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Gründer aus?

Hier gibt es extrem viele Komponenten die mit in den Erfolg rein spielen. Mut, kalkulierbare Risikobereitschaft, permanenter Fleiß, Liebe zum Detail und eine stoische Beharrlichkeit zählen definitiv dazu.

Ich vereine bei weitem nicht alle Komponenten in mir, die einen erfolgreichen Gründer ausmachen. Dafür habe ich einen Geschäftspartner, der mich super ergänzt. Ich bin derjenige in unserer Firma, der vorprescht und gerne mal was ausprobiert, ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken. Und mein Geschäftspartner bügelt dann meine vorschnellen Bemühungen gerade, sodass sie nicht nur eine 70% Lösung sind, sondern wirklich gut ankommen. Er wiederum hätte sich ohne mein Zutun nie selbstständig gemacht. Wir bereichern uns also gegenseitig und sind in der Summe eine sehr gute Kombi.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Ich habe an der TU Chemnitz Wirtschaftsingenieurwesen studiert und mich direkt im Anschluss selbstständig gemacht. Allerdings arbeite ich auch neben meinen Escape Rooms noch an meiner Alma Mater und bin bemüht, eine Doktorarbeit zu schreiben.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

Puh, Herausforderungen gibt es wie Sand am Meer, aber es gibt einige Große, die mir im Kopf geblieben sind. Ich habe mich mit meinem ersten Geschäftspartner zerstritten und das war ein sehr demotivierender Aspekt, gerade zu Beginn meiner Selbstständigkeit. Und natürlich die ersten Meter einer Selbstständigkeit. Also klare Unternehmensstrukturen zu etablieren, die Prozesse transparent und reibungslos zu gestalten, die Abläufe zu automatisieren,…

Welche Erfahrungen können Sie Gründern aus ihrer Geschichte heraus weitergeben, was haben Sie gelernt?

Habe den Mut Deine Ideen umzusetzen und bleibe dabei. Ich bin der Überzeugung, dass Beharrlichkeit einer der Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Gründung ist. Es ist nicht alles Gold was glänzt und es kommen definitiv stressige und harte Momente, aber auch diese übersteht man und dann scheint auch wieder die Sonne. Und die Gewissheit, die Idee umgesetzt zu haben – „ich muss nicht 8 Stunden am Tag immer das Selbe machen und im Büro hocken“, befriedigt einen ungemein.

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Ein Escapegame ist schwer skalierbar. Man könnte neue Szenarien entwerfen und auf Sachen wie Geocaching gehen, oder bei einer Lasertaghalle ein neues Spielfeld konzipieren.
Leichter wird es wahrscheinlich weitere Standorte zu eröffnen, um so noch mehr Menschen zu erreichen. Außerdem habe ich noch drei weitere Geschäftsideen an denen ich mich versuchen möchte. Alle sind schön skalier- und automatisierbar. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Ich kann mir gut vorstellen, Gründern beratend zur Seite zu stehen. Zwar kann man viel über das Gründen von der IHK oder Uni lernen, allerdings sind es eben viele kleine Anekdoten, die das Gründen repräsentativ beschreiben. Das lässt sich schwer im Detail in einer Vorlesung lernen.