Robin Streiter
NAVENTIK

since 2017

Was macht Ihr Unternehmen?

NAVENTIK setzt Standards für die Lokalisierung von automatisierten Fahrzeugen. Wir erfinden die Integration der Satellitennavigation neu und entwickeln den eingebetteten Software-Defined GPS Receiver für automobile Steuergeräte. Die tiefe Integration des Receivers und die Implementierung nach automobilen Sicherheits- und Qualitätsstandards helfen bei der effizienten Umsetzung von der Prototypenfertigung bis hin zur Serie.

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Unternehmen gekommen?

Das Entwicklungsteam von NAVENTIK arbeitet seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Satellitennavigation. Für die Entwicklung der Geschäftsidee war es wichtig, die Stärken unserer Technologie herauszustellen und so Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln, die uns von den bereits etablierten Unternehmen in dem Segment abheben können.

Wie kamen Sie zum ersten Mal mit dem Unternehmertum in Kontakt?

Der Grundstein der Kommerzialisierung wurde in Kooperation mit Saxeed durch die Prüfung verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten gelegt. Mit der Bewilligung für unseren EXIST Forschungstransfer haben wir den Startschuss für die zielgerichtete Produktentwicklung gesetzt.

Was macht einen erfolgreichen Gründer aus?

Da wir uns selbst erst im Januar 2017 gegründet haben, lässt sich das für uns nur erahnen. Wir versuchen so viel externes Feedback wie möglich zu bekommen und verbessern so nicht nur stetig unser Geschäftsmodell, sondern entwickeln uns auch persönlich weiter. Dafür nehmen wir auch regelmäßig an Businessplanwettbewerben teil. Insgesamt versuchen wir so flexibel wie möglich zu sein und gerade jetzt in der Anfangsphase viel auszuprobieren.

Was haben Sie vor der Gründung gemacht?

Das Entwicklerteam um NAVENTIK entwickelt die Technologie seit vielen Jahren in Europäischen Forschungsprojekten in Kooperation mit der Automobilindustrie an der TU Chemnitz. Um uns über den wissenschaftlichen Aspekt hinaus im Kernteam möglichst breit aufzustellen, gehören zum Gründerteam ebenfalls Experten aus der Hardwareentwicklung sowie aus dem volks- bzw. betriebswirtschaftlichen Bereich mit langjähriger Industrieerfahrung.

Welche Hürden mussten Sie bisher meistern?

An erster Stelle stand neben der Entwicklung der Geschäftsidee die Aufgabe, ein motiviertes und engagiertes Team mit dem notwendigen Know-How zusammen zu stellen. Dies schafft die Grundlage für die unternehmerische Zukunft. Die größte Hürde steht uns momentan noch bevor: Wir müssen Risikokapital erwerben, um den Markteintritt vorzubereiten und anschließend erfolgreich durchführen zu können. Welche Herausforderungen wir auf diesem Weg genau zu meistern haben, wird sich in den nächsten Monaten und auch Jahren zeigen.

Wo sehen Sie Geschäftsmöglichkeiten für die Zukunft?

Wie sich die Automobilindustrie in der nahen Zukunft in Deutschland entwickeln wird, ist eine heikle Diskussion. Aber unabhängig davon, werden künstliche Intelligenz und Deep Learning auch bei der automobilen Softwareentwicklung eine immer größere Rolle spielen. Die komplexen Anforderungen, die sich aus dem Gebiet des automatisierten Fahrens ergeben, müssen in der Zukunft durch selbstlernende Algorithmen unterstützt werden. Ich denke, dass man die Systeme dann auch wirtschaftlich in den Massenmarkt bringen kann. Hier ist nicht das Know-How der Industrie gefragt, sondern von Start-Ups, die innovative Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik in den Markt bringen.

Könnten Sie sich vorstellen, angehende Gründer zu unterstützen? Falls ja, in welchen Bereichen könnten Gründer auf Sie zukommen?

Natürlich können wir uns vorstellen, andere Gründer zu unterstützen und so den notwendigen Wissenstransfer zwischen den Gründerteams zu vertiefen. Dabei können wir vor allem unsere Erfahrungen und Einsichten aus dem EXIST Programm weitergeben und bei der Finanzplanung helfen.